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Pandemieverbünde

Forschungsverbünde zum Thema „Pandemieprävention und -reaktion im Rahmen eines One-Health-Ansatzes“

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert von 2025 - 2031 insgesamt 7 trans- und interdisziplinäre Forschungsverbünden zum Thema „Pandemieprävention und -reaktion im Rahmen eines One-Health-Ansatzes“.

Ziel der Fördermaßnahme ist es, die Vorbereitung und Reaktion auf zukünftige Infektionsausbrüche beim Menschen zu optimieren. Dazu sind ein tieferes Verständnis der Dynamik und der Übertragungsrisiken von Erregern sowie die Entwicklung von Präventionsstrategien und zielführenden Reaktionsmechanismen unabdingbar. Die Forschungsverbünde sollen die interdisziplinäre Gesundheitsforschung stärken und im Sinne des One‑Health‑Ansatzes die vielfältigen Beziehungen zwischen Erreger, Mensch, Tier und Ökosystem untersuchen. Zusätzlich werden in den Verbünden Forschung und Praxis vernetzt, um den Transfer der Ergebnisse zur Vorbeugung und im Ausbruchsfall zur Eindämmung von Infektionen in Deutschland zu verbessern. Alle Forschungsverbünde sollen sich aktiv an der Forschungsplattform für One Health (OHP) beteiligen.

Alle Verbünde bringen sich aktiv in der One Health Platform ein.

Folgende Verbünde werden gefördert:

Forschungsbasierte Bewertung von zoonotischen Influenzaviren für die Pandemievorsorge und -prävention 

Tierische Influenzaviren können ein hohes pandemisches Potential aufweisen. In der Vergangenheit haben zoonotische Influenzaviren bereits mehrfach Pandemien mit hoher Morbidität und Mortalität verursacht.

Der Verbund FLU-PREP zielt darauf ab, eine Infrastruktur für die schnelle Analyse, Bewertung und Kommunikation des Übertragungsrisikos von tierischen Influenza-A-Viren (IAV)  zu schaffen. Dazu sollen neue Virusvarianten identifiziert und in Laboranalysen hinsichtlich ihrer Anpassung an den Menschen charakterisiert werden. Ein mit Experten besetztes Risikobewertungsgremium analysiert die gesammelten Daten und bewertet das pandemische Potential der Viren. Die Ergebnisse werden über strukturierte Kommunikationskanäle an Vertreter der öffentlichen Gesundheit und des Veterinärwesens übermittelt. Dadurch sollen die Eindämmungsmaßnahmen gegen IAV und die Prävention von Ausbrüchen verbessert werden.

Weitere Informationen FLU-PREP

Genom-basierte Identifizierung, Analyse und Prädiktion antimikrobieller Resistenzen in One-Health-Netzwerken unter Verwendung von künstlicher Intelligenz

Die zunehmende Verbreitung antibiotikaresistenter gramnegativer Bakterien gefährdet die öffentliche Gesundheit, weil StandardAntibiotika oft versagen und schwere Krankheitsverläufe auftreten. Gleichzeitig belasten resistente Bakterienstämme die Gesundheitssysteme durch längere Krankenhausaufenthalte und höhere Kosten. Eine konsequente Überwachung ihrer Verbreitung ist daher entscheidend, um Ausbrüche früh zu erkennen und gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das Ziel des GUARDIAN-Verbundes ist die Verhinderung von Krankheitsausbrüchen durch die Überwachung, Datenanalyse und Vorhersage der Ausbreitung und des Auftretens dieser Hochrisiko-Bakterienstämme. Mithilfe von Techniken des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz (KI) wird das Konsortium außerdem resistenz- oder virulenzfördernde mobile genetische Elemente als regionale Auslöser für die Übertragung und Persistenz in Gesundheitseinrichtungen analysieren. Geplant ist ein interaktives, zentrales KI-Dashboard, das eine Überwachung in Echtzeit ermöglicht und Fachleuten sowie Entscheidungsträgern Informationen bereitstellt, um Risiken zu bewerten und Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit effektiv zu bewältigen.

Weitere Informationen GUARDIAN

 

Respiratorischer Mukus als One-Health-Schnittstelle

Influenza-A-Viren (IAV) verursachen saisonale Epidemien und haben bereits Pandemien ausgelöst. Da sich diese Viren häufig verändern und somit neue Influenza-A-Subtypen auftreten können, ist die Bewertung der Übertragbarkeit eines neu auftretenden viralen Erregers innerhalb und zwischen zwei Arten wichtig für die Prävention von Ausbrüchen.

Der Verbund ONEMUC zielt darauf ab, die Rolle des Atemwegsschleims (Mukus) als artspezifische Barriere gegen die Übertragung von IAV systematisch zu untersuchen und zu erforschen. Der Schleim der Atemwege stellt den ersten Kontaktpunkt und die erste Barriere für eingeatmete Erreger dar. Dabei ist der Schleim auch Umweltfaktoren wie Pollen, Staub und Abgasen ausgesetzt, die die Eigenschaften des Schleims beeinflussen können. Daher sollen schleimbezogene Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Virusübertragung identifiziert werden. Außerdem soll ein Schnelltestsystem entwickelt werden, um die artspezifische Wirkung der Infektion mit einem neu auftretenden IAV-Stamm zu bewerten. Letztendlich sollen die Ergebnisse die Überwachung der IAV ergänzen und die Prävention von Ausbrüchen unterstützen.

Weitere Informationen ONEMUC

Verfolgung und Eindämmung durch Zecken übertragender Infektionen bei Menschen und Tieren in einem sich wandelden Klima

Zecken können verschiedene Krankheitserreger auf Menschen und Tiere übertragen. In Deutschland sind die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis die bedeutendsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen beim Menschen. Durch den Klimawandel verändert sich einerseits die Aktivität der heimischen Zecken und das Infektionsrisiko der Menschen, andererseits wird die Ausbreitung nicht-heimischer Zeckenarten sowie potentiell durch diese Zecken übertragener weiterer Erreger begünstigt.

Das Verbundvorhaben TAC-TICKS untersucht, wie verschiedene durch Zecken übertragene Infektionen unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen besser überwacht, vorhergesagt und eingedämmt werden können. Ziel ist es, im Sinne des One-Health-Ansatzes tierische, ökologische und menschliche Daten zusammenzuführen. Durch die Kombination von Citizen Science, wissensgestützter proaktiver Überwachung und KI-basierter Modellierung sollen Mechanismen der Ausbreitung zeckenübertragener Pathogene besser verstanden und gezielte Maßnahmen zur Pandemievorsorge entwickelt werden.

Weitere Informationen TAC-TICKS

Auswirkungen von Düngung auf die Akkumulation von AMR und Zoonoseerreger entlang der Nahrungskette - auf dem Weg zu einer One-Health-Perspektive in der zirkulären Landwirtschaft

Die wachsende Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen (AMR) birgt erhebliche Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier. Der exponentielle Anstieg des Antibiotikaeinsatzes, gepaart mit dem Mangel an neuartigen Antibiotika, verschärft die Bedrohung durch neu auftretende Krankheitserreger.

Der Verbund TrophicHealth zielt darauf ab, die Ausbreitung zoonotischer Krankheitserreger und Resistenzen gegen antimikrobielle Substanzen durch Ausbringung organischer Dünger aus der Viehhaltung zu erforschen. Dabei wird untersucht, wie Erreger und Resistenzen vom Viehbestand in die Umwelt und zurück gelangen. Die zentrale Frage ist, ob und wie die Resilienz von Ökosystemen diesen Kreislauf unterbrechen kann und welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie auf das gesamte Ökosystem hat. Dazu werden umfangreiche Feldstudien an unterschiedlichen Stellen der zirkulären Landwirtschaft und der Nahrungskette durchgeführt. Anschließend werden die Ergebnisse durch Experimente im Labormaßstab überprüft. Auf Basis der Ergebnisse werden Hypothesen zur potenziellen Ausbreitung von AMR und Krankheitserregern sowie Maßnahmen zu deren Eindämmung formuliert.

Weitere Informationen TrophicHealth

Kontrolle von WNV-Infektionen unter Anwendung eines ganzheitlichen One-Health-Ansatzes

Luftgetragene Ausbreitung von pathogenhaltigem Staub